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Gastbeitrag

Julia Altmaier (Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin)
Jörn Kiwitt (Gesundheits- und Krankenpfleger)

Kurz vor Weihnachten stellte das Bundesministerium für Gesundheit ein Video namens „Pflege ist mehr als ein Beruf“ online, mit dem gezeigt werden sollte, „was Pflege so besonders macht“. Doch in diesem Video wurde Pflege auf Mitgefühl und „großes Herz“ reduziert, die fachliche und berufspolitische Komponente des Berufes wurde nicht adressiert. Diese Darstellung von Pflege ist leider durchaus üblich und zieht sich durch viele Filme, Anzeigen und Kampagnen. So zum Beispiel in der Aktion „gute Pflege“, in der Pflegekräfte süße, emotionale Geschichten erzählen sollen, um für den Beruf zu werben. Ärgerlich ist für uns auch, dass Pflege nur als Alten- und Erwachsenenkrankenpflege dargestellt wird, Kinderkrankenpflege jedoch meist totgeschwiegen wird.

Diese Darstellung der Pflegeberufe entspricht nicht der Realität und spricht Pflegekräften jegliche Professionalität ab. Wir sind hochkompetente Profis und wollen auch als solche dargestellt und wahrgenommen werden. Professionelle Pflege ist nur möglich, wenn soziale und personelle Expertise mit fachlicher und methodischer Kompetenz kombiniert werden.

Wir fordern daher den offenen Dialog mit uns professionellen Pflegekräften, um eine realistische Darstellung unserer Fähigkeiten und unseres Berufes zu erreichen. Das würde zur Anerkennung unseres Berufs beitragen, die dringend erforderlich ist.