M-sense: Eine App hilft, Migräne und Kopfschmerz zu kontrollieren

dotiert mit 15.000 Euro
 
Die Idee kam dem Gründungsgesellschafter und heutigen Geschäftsführer Stefan Greiner im Winter 2014/15 durch Gespräche mit seiner Mitbewohnerin, die seit Jahren an Migräne leidet. Daraufhin entwickelte er zusammen mit Dr. Markus Dahlem, langjährigem Migräneforscher an der Humboldt-Univttackenreduktion anzubieten. M-sense bietet dazu klinisch und wissenschaftlich validierte Therapiemethoden in der App an und unterstützt Ärzte und Therapeuten, ihre Gespräche optimal vorzubereiten und mit Ergebnissen und Therapieverläufen zu unterstützen. Die datengetriebene, mobile Therapie soll es Erkrankten erlauben, ihre Migräneattacken besser zu bewältigen und Intensität, Dauer und Häufigkeit der Attacken sowie die Medikamenteneinnahme um bis zu 40 Prozent zu reduzieren.ersität Berlin, dem Softwareentwickler Martin Späth und dem Data Scientist Simon Scholler eine Software zur Diagnose von Einflussfaktoren von Migräneattacken. Ein Jahr später war die Newsenselab GmbH mit Sitz in Berlin gegründet, die im September 2016 ihr erstes Produkt auf den Markt brachte: die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense, die weltweit erste digitale Migränetherapie, die sowohl Auslöser von Migräne- und Kopfschmerz
attacken analysiert als auch mobile Therapiemethoden zur Verfügung stellt.

bildschirmfoto-2016-11-17-um-14-55-47Die Analysesoftware von M-sense untersucht dabei automatisiert Zusammenhänge zwischen Wetterumschwüngen und den individuellen Migräne- und Kopfschmerzschüben, die der Nutzer in einer Art Tagebuch festhält. Zusätzlich können Betroffene weitere relevante Faktoren wie Schlafmuster, Aktivitätslevel oder Stressphasen do- kumentieren. Ziel der Anwendung ist es, über die Analyse des individuellen Schmerzmusters eine personalisierte Therapie zur A

Die Relevanz der neuen App liegt auf der Hand: Nach Angaben der WHO leiden 50 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung unter Kopfschmerzen, bis zu 4 Prozent unter chronischen. Kopfschmerzen vom Spannungstyp (geschätzte Häufigkeit: 20 Prozent der Weltbevölkerung) und Migräne (knapp 15 Prozent) gelten als die zweit- und dritthäufigsten Krankheiten der Welt (hinter Zahnkaries). In Deutschland gehört Migräne zu den häufigsten Kopfschmerzerkrankungen, 10 bis 15 Prozent sollen darunter leiden. Von Migräne oder schweren Kopfschmerzen Be- troffene leiden drei Mal so häufig an Depressionen wie gesunde Menschen. Auch die ökonomischen Effekte der Volksleiden sind enorm. In einer Modellrechnung allein für Migräne (ohne alle anderen Kopfschmerzarten) kamen Wissenschaftler des Instituts für Gesundheitsökonomie der LMU München im Jahr 2004 zu Kostenschätzungen in Höhe von jährlich mehreren Milliarden Euro durch Migränemedikamente, vor allem aber durch eingeschränkte Produktivität oder Fehltage am Arbeitsplatz.

Die von Newsenselab entwickelte Technologie lässt sich nicht nur bei den Indikationen Kopfschmerz und Migräne einsetzen, sondern kann auch bei zukünftigen Projekten zu anderen chronischen Erkrankungen entsprechend adaptiert werden.


Begründung der Jury

Der gewählte Ansatz ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die intelligente Nutzung von modernen Technologien über die Verknüpfung von Umweltdaten mit persönlichen Einflussfaktoren in ein lernendes System einfließen und so den individuellen Patientennutzen steigern können.

Diese personalisierte Therapiebegleitung zur Vermeidung oder Minderung zukünftiger Kopfschmerz- und Migräneattacken hat bei der gegebenen hohen Prävalenz in unserer Population neben dem Nutzen für den individuellen Gesundheitszustand eine sehr große gesellschaftliche Relevanz.

Die mobil verfügbare, komplementäre Lösung stellt eine konsequent auf das Individuum ausgerichtete Patientenorientierung dar.

 

Die Gründer der Newsenselab GmbH, Berlin

Stefan m-senseGreiner hat Wirtschaftsingenieurwesen und Hu- man Factors studiert und war zuvor an den T-Labs der TU Berlin tätig, wo er u. a. App-Evaluationsstudien für die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom durchführte.

Geschäftsführer Dr. rer. nat. Markus Dahlem ist Diplom- Physiker mit zwanzig Jahren Erfahrung in der Migräneforschung. Seine Computermodelle zu Reiz- und Ausfallerscheinungen der Migräne stehen in medizinischen Lehrbüchern. In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit den Vorboten der Migräne und hat mit anderen Migräneforschern die Kipppunkttheorie der Migräne entwickelt. Bis 2014 war er an diversen Hochschulen im In- und Ausland tätig. Heute ist Dahlem Chief Medical Officer von Newsenselab.

Simon Scholler erhielt u. a. den M. Sc. in Computational Neuroscience von der TU/HU Berlin. Er war als Data Scientist und Softwareentwickler bei verschiedenen Unternehmen beschäftigt und ist bei Newsenselab für die Entwicklung von Front- und Backend sowie für die Entwicklung und das Testen der statistischen Modelle zuständig.

Der Web- und Medieninformatiker Martin Späth war jahrelang als Softwarearchitekt und -entwickler für ein Software- und Beratungsunternehmen tätig und verantwortet bei Newsenselab u. a. die Systemarchitektur.