Projekte

Die Stiftung Münch versteht sich vor allem als operativ tätige Stiftung, die ihre Ziele mit Hilfe von eigenen Projekten oder Projektaufträgen verfolgt.

Projekte 2021

Studie: “Anwendung des Datenschutzrechts im europäischen Vergleich mit Fokus auf Anwendungen im Gesundheitswesen”

In internationalen Vergleichen zum Thema E-Health schneidet Deutschland regelmäßig auffallend schlecht ab, besonders gegenüber anderen europäischen Staaten. Der Diskurs über E-Health ist in Deutschland stark von datenschutzrechtlichen Fragestellungen dominiert, die eigentlichen Chancen, die sich aus der Digitalisierung für eine qualitativ hochwertige und breite medizinische Versorgung ergeben können, bleiben dagegen im Hintergrund. Bemerkenswert ist dies insofern, als in Europa spätestens seit Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein vollharmonisiertes Datenschutzrecht gilt.

Die Autoren der Studie gehen daher der Frage nach, ob die DSGVO in den EU-Mitgliedstaaten in Gesundheitsfragen unterschiedlich gehandhabt wird, und ob die unter der DSGVO prinzipiell mögliche Gesundheitsdatenverwaltung in Deutschland richtig und vollständig implementiert wird. Grundlage und Gegenstand des Vergleichs bilden die Regelungen über die elektronischen Gesundheitsakten in den digitalen „Vorreiterstaaten“ Österreich, Estland und Spanien, die den jüngst ins Werk gesetzten deutschen Regeln über eine elektronische Patientenakte (ePA) gegenübergestellt werden.

Der Vergleich legt nahe, das deutsche Konzept der ePA zu überdenken: Der deutsche Gesetzgeber hat es in zentralen Punkten versäumt, ein wirksames Patientenaktensystem zu schaffen, das die Spielräume der DSGVO voll ausschöpft. Stattdessen hat er ein paternalistisches Konzept implementiert, das Gefahr läuft, seine oberste Leitlinie – die Patientensouveränität – ins Gegenteil zu verkehren.

Die Studie wird Ende Oktober 2021 als Buch veröffentlicht.

Projekte 2020

Studie: „Qualitätsstandards der ambulanten ärztlichen Versorgung”

Die Stiftung Münch hat eine Studie über „Qualitätsstandards in der vertrags- und privatärztlichen Versorgung“ beauftragt. Es soll ausgehend von der einleitenden Darstellung des Status quo in einem ersten Schritt ein Vergleich mit Qualitätsstandards in der stationären Versorgung sowie ausgewählten Qualitätsstandards der ambulanten ärztlichen Versorgung anderer Länder erstellt und v.a. unter den Gesichtspunkten Effizienz und Transparenz bewertet werden. In einem zweiten Schritt sollen ausgehend von dieser Bewertung Grundzüge konkreter Qualitätsstandards für die ambulante ärztliche Versorgung erarbeitet werden einschließlich Vorschläge, wer diese Standards festlegen bzw. wie diese eingeführt und weiterentwickelt werden sollen, ohne dabei neuen Bürokratieaufwand und Bürokratiekosten zu produzieren.

Die Studie erscheint im ersten Quartal des Jahres 2021 als Buch.

Projekte 2019

Studie: „Capitation-Modelle“ im Ausland – Vorbild für Gesundheitsversorgung in Deutschland?

Das deutsche Gesundheitssystem ist geprägt durch die strikte Trennung zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor, insbesondere weil auch das Vergütungssystem dieser starren Teilung folgt. Doch zunehmend erfordern die Ambulantisierung der Medizin, der Fachkräftemangel und der technologische Wandel ein Zusammenrücken der Sektoren, vor allem in ländlichen Regionen. Dies ist nicht nur für Patienten sinnvoll, sondern auch ökonomisch vorteilhaft. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung und einer damit einhergehenden drohenden Rationierung von Leistungen ist die Steigerung der ökonomischen Effizienz auch ethisch geboten.

Ein möglicher Ansatz für sektorenübergreifende Vergütung könnten so genannte Capitation-Modelle sein: Ein oder mehrere Leistungserbringer erhalten ein populationsbezogenes Budget von den Kostenträgern, das ihnen für die eigenverantwortliche, vollständige medizinische Versorgung der Bevölkerung in einem abgegrenzten Gebiet zur Verfügung steht. Um dabei eine hohe Versorgungsqualität für die Bevölkerung zu gewährleisten, braucht es aber Wettbewerbselemente sowie Qualitätsziele, die die Kostenträger kontrollieren. International existieren eine Reihe solcher populationsbezogener Capitation-Modelle, die vielversprechende Ansätze zur Effizienzsteigerung zeigen.

Die Stiftung Münch hat eine Studie beauftragt, in der Capitation-Modelle in Spanien, der Schweiz, den USA und Peru untersucht und vorgestellt werden. Neben einer systematischen Beschreibung werden die besonderen Voraussetzungen in diesen Ländern herausgearbeitet, die die Etablierung von Capitation-Modellen begünstigen. Schließlich wird eruiert, wie und ggf. in welchen Arten von Regionen ähnliche Modelle für Deutschland umgesetzt werden könnten.

Die Studie wurde im Februar 2020 als Buch veröffentlicht.

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Reformkommission neue Berufe

Eine Fachkraft, ein Prozessmanager und ein Systemarchitekt für digitale Gesundheit: Diese drei neuen Berufe hält die Reformkommission der Stiftung Münch für erforderlich, um die Digitalisierung im Gesundheitssystem zu implementieren und damit die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern. Für alle drei Berufe hat sie Kompetenzprofile erstellt, Anforderungen für die Entwicklung der Curricula entwickelt und Voraussetzungen für deren Implementierung skizziert.

Der Reformkommission gehörten an:

  • Dr. Franz Bartmann, bis 2018 im Vorstand der Bundesärztekammer zuständig für die Bereiche eHealth und Ärztliche Bildung,  ehem. Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein
  • Dr. Bernadette Klapper, Bereichsleiterin Gesundheit der Robert Bosch Stiftung
  • Priv.-Doz. Dr. Sebastian Kuhn, MME, Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Ausbildungsforscher und Hochschuldidaktiker an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
  • Uwe Schwenk, Director Bertelsmann Stiftung

 

Die Arbeit der Reformkommission können Sie HIER lesen

Projekte 2018

Studie: “Vom Ausland lernen: Pflege in anderen Ländern?” (PinaL)

Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung, erweiterte Verantwortungsbereiche jenseits von Delegation sowie Stärkung der Selbstorganisation sind Schlüsselfaktoren für Attraktivität des Pflegeberufs und Sicherung der Versorgungsqualität. Das sind die Schlussfolgerungen der PinaL-Studie, die im Februar veröffentlicht wurde.

Die Studie wurde im Februar 2019 als Buch veröffentlicht.

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Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Regionen: neue Modelle und Maßnahmen

In einer aktuellen Studie im Auftrag der Stiftung Münch hat ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von Carolin Auschra untersucht, welche neuen Lösungen zur Gestaltung der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen aktuell erprobt und genutzt werden. Dabei zeigt sich, dass der Großteil der neuen Lösungsansätze innerhalb der Grenzen eines bestehenden Sektors agiert, sektorenübergreifende Modelle jedoch die Ausnahme bilden.

Die Studie finden Sie HIER

Projekte 2017

Robotik: Erfahrungen und Potentiale für die Gesundheitswirtschaft

Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung, erweiterte Verantwortungsbereiche jenseits von Delegation sowie Stärkung der Selbstorganisation sind Schlüsselfaktoren für Attraktivität des Pflegeberufs und Sicherung der Versorgungsqualität. Das sind die Schlussfolgerungen der PinaL-Studie, die im Februar veröffentlicht wurde.

Die Studie wurde im Januar 2017 beauftragt. Das Ergebnis wurde im Dezember 2017 als Buch veröffentlicht.

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Reformkommission G-BA

Nach dem Studie “Bestandsaufnahme G-BA” vom September 2016 hat die Stiftung Münch eine Reformkommission einberufen, um Vorschläge zu erarbeiten, wie die Arbeit des G-BA stärker am Gemeinwohl orientiert und innovationsoffen gestaltet werden kann.

Hintergründe zur Arbeit der Reformkommission finden Sie HIER

Die 16 Reformvorschläge der Reformkommission finden Sie HIER

Projekte 2016

Oktober 2016
Die elektronische Patientenakte: Fundament einer effektiven und effizienten Gesundheitsversorgung

Die Studie ist als Buch veröffentlicht.

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September 2016
Bestandsaufnahme zum Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Den Projektbericht finden Sie hier

Projekte 2015

September 2015
Repräsentative Bevölkerungsbefragung zu Datenschutzaspekten im Gesundheitssektor

Den Projektbericht finden Sie hier

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Juli 2015
Impulse für das deutsche Gesundheitswesen aus den USA?
mit der Universität Bayreuth, Juniorprofessur Gesundheitsmanagement (Prof. Dr. Andreas Schmid, Sebastian Himmler)

Den Projektbericht finden Sie hier