Think Camp "Neue Vergütungsmodelle der Gesundheitsversorgung"

15. bis 17. November 2019

Sind neue Vergütungssysteme geeignet, um eine sektorenübergreifende Versorgung zu fördern und damit die Effizienz des Gesundheitssystems zu verbessern? Mit dieser Frage befassten sich die Teilnehmer des dritten Think Camps 2019 der Stiftung Münch. Im Fokus standen dabei Capitation-Modelle, in die zunächst PD Dr. Lukas Kauer einführte und über Erfahrungen aus der Schweiz berichtete. Einen Überblick über dieses Vergütungsmodell in weiteren Ländern gab PD Dr. Andreas Schmid, der gerade im Auftrag der Stiftung Münch eine Studie dazu erstellt. Thomas Ballast gab einen Einblick, wie aus Sicht einer GKV Strukturen und Modelle sektorenübergreifender Versorgung funktionieren – oder nicht. Und schließlich schilderte Bernhard Ziegler von den Erfahrungen, die er bei der Etablierung von regionalen Versorgungsbudgets in der Psychiatrie gesammelt hat.

Nach Vorträgen und intensivem Austausch bearbeiteten die Teilnehmer ihre Aufgabe: Sie sollten Ideen entwickeln, wie durch eine sektorenübergreifende Vergütung eine sektorenübergreifende Versorgung ermöglicht werden kann. Dazu sollten sie zunächst festlegen, wie die Versorgung aussehen sollte und dann ein passendes Vergütungsmodell erarbeiten. Für ihr Konzept hatten sie die Wahl, kleinere Änderungen zu erarbeiten, die im bestehenden System schnell umgesetzt werden könnten – oder eine Vision zu skizzieren, wie langfristig Gesundheitsversorgung und Vergütung aussehen müssten.

Die Arbeiten der Teilnehmer

Gruppe KISS - keep it short and simple

Andres Eilers, Vicky Pfirsig, Jan-Philipp Spierling, Kevin Tuchczynski

Mit ihrer Arbeit verfolgte die Gruppe „KISS“ das Ziel, Leistungen, die evidenzbasiert (bei hoher Evidenzstufe) qualitativ vergleichbar, sicher, jedoch effizienter in Leistungsbereichen ohne Übernachtung erbracht werden können, dorthin gestuft umzuleiten. Hausärzte werden gestärkt, schrittweise DRGs geschwächt und die ambulante Vergütung erhöht.

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Gruppe QuipP

Felix Bartel, Theresa Buhl, Helene Hergerdt, Florian Kaiser, Falko Schulte

Beim Konzept der Gruppe QuipP stand Behandlungspfade inkl. Pfadmanager für Patienten im Fokus. Sie empfehlen eine gezielte Patientensteuerung durch eine Gesundheitsversicherung, um Ineffizienz zu reduzieren und die Qualität zu fördern.

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Gruppe 4Flow

Thorsten Adam, Amelie Masemann, Christian Ritter, Adrian A.A. Rombach

Eine Stärkung der regionalen Versorgung unter Aufsicht der Landesministerien für Gesundheit – das ist der Kern des Konzepts der Gruppe 4Flow. Die Idee ist es, ein Gesundheitssystem zu schaffen, in dem die Leistungserbringer gemeinsam im Sinne der optimalen Versorgung des Patienten arbeiten. Es wird belohnt, wenn Patienten effizient und gut behandelt werden. Ein Anreiz wird dadurch gesetzt, dass den Leistungserbringern schon bei der Kalkulation des Budgets ein Gewinn zugestanden wird.

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Die Dozenten

  • Thomas Ballast, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der TK
  • Lukas Kauer, PhD, CSS-Institut für Empirische Gesundheitsökonomie, Schweiz
  • PD Dr. Andreas Schmid, Projektleiter, Oberender AG
  • Bernhard Ziegler, Krankenhausdirektor Klinikum Itzehoe